Galeriewand planen und montieren: Raster, Rahmen, Passepartouts, Hängesysteme und echte Kosten
Warum eine Galeriewand? Ziel, Platz und grobe Planung
Eine gut geplante Galeriewand bringt Struktur und Persönlichkeit in Wohnzimmer, Flur oder Home Office. Statt zufälliger Einzelbilder entsteht eine klare Komposition, die ruhig wirkt und sich leicht erweitern lässt.
Starten Sie mit drei Entscheidungen: Raumzone, Thema und Formate. Raumzone heißt: über dem Sofa, in der Diele oder entlang der Treppe. Thema heißt: schwarzweiß Fotografie, Familienbilder, Grafikdrucke oder ein Mix. Formate heißt: einheitlich (z. B. 50×70 cm) oder bewusst gemischt (z. B. 30×40, 40×50, 50×70 cm).
Wichtig im Bestand: Tragfähigkeit der Wand, Bohrbereitschaft in der Mietwohnung, und ob die Anordnung variabel bleiben soll. Danach wählen Sie das passende Hängesystem.
| System | Vorteile | Kosten und Traglast |
| Hängeschiene an der Decke/Wand | Bohrlöcher nur oben, flexibel umhängbar, ideal für Mietwohnung | 10-20 EUR/m Schiene, 3-6 EUR je Haken, 5-15 kg je Haken |
| Nägel/Schrauben mit Dübel | kostengünstig, flache Montage, kein sichtbares System | 0,2-2 EUR je Punkt, 2-25 kg je Punkt je nach Dübel |
| Klebehaken/Strips | ohne Bohren, schnell | 0,5-3 EUR je Haken, bis 1-2 kg, nur auf glatten Wänden sicher |

Formate, Layout und Raster: so wirkt die Wand ruhig statt unruhig
Ruhig wird es durch Wiederholung. Entweder gleiche Rahmen und ein starres Raster, oder ein Mix mit klarer Logik: gleiche Abstände und 1-2 wiederkehrende Formate. Planen Sie zunächst am Boden: Legen Sie alle Rahmen flach aus, bis die Proportion passt. Danach übertragen Sie das Raster an die Wand.
Standardformate in Deutschland, die gut kombinieren
- 13×18 cm und A4 (21×29,7 cm) als kleine Akzente
- 30×40 cm und 40×50 cm als mittlere Trägerformate
- 50×70 cm als ruhiger Anker, dazu 60×80 cm als Statement
- Quadrate 30×30 oder 50×50 cm für Rhythmus
Tipp: Nutzen Sie 50×70 cm Rahmen mit Passepartout auf 30×40 cm Motiv. Sie erhalten Größe an der Wand und einheitliche Außenmaße, ohne große Drucke bezahlen zu müssen.
Abstände, Kanten und Hängungshöhe
- Abstand zwischen Rahmen: 5-7 cm in Wohnräumen, 3-5 cm bei kleinen Formaten.
- Hängungshöhe: Bildmitte auf 145-155 cm ist ein guter Startpunkt. Über Sofa 20-30 cm über der Rückenlehne.
- Kantenbezug: Bei Rastern die Unter- oder Oberkante ausrichten. Bei Treppenläufen Handlaufwinkel aufnehmen und parallel hängen.
Fixieren Sie das Layout mit Packpapier-Schablonen in Rahmenaußenmaß. Schablonen an die Wand kleben, Dübellöcher anzeichnen, dann entspannt bohren.
Rahmen, Glas und Passepartouts: robuste Auswahl für Alltag und Licht
Rahmen prägen den Look. Holzrahmen wirken warm, Aluminiumrahmen präzise und modern. Schwarz matt ist universell, Eiche natur passt zu skandinavischen und minimalistischen Interieurs, weiß sorgt für Leichtigkeit an dunklen Wänden.
Glasarten im Vergleich
- Normalglas: günstig, klar, aber Reflexionen. Gewicht hoch.
- Entspiegeltes Glas: deutlich weniger Spiegelungen, Farben bleiben neutral. Mittel bis teuer.
- Acrylglas: leicht, bruchsicher, leicht spiegelnd, zieht Staub an. Gut in Haushalten mit Kindern.
Praxis: Über Sofas und in Fluren mit Gegenlicht lohnt entspiegeltes Glas. In Kinderzimmern oder an Trockenbauwänden mit geringer Tragfähigkeit ist Acryl sinnvoll.
Passepartouts richtig dimensionieren
- Stärke: 1,4-1,6 mm Standard, 2,4 mm wirkt hochwertiger und plan.
- Innenausschnitt: 5-10 mm kleiner als Motiv, damit nichts durchrutscht.
- Kontrast: Weiß für Fotografie, warmweiß oder hellgrau für sanftere Übergänge.
Kaufpraxis: Serienrahmen 50×70 cm mit Passepartout kosten 20-40 EUR. Maßrahmen mit entspiegeltem Glas liegen je nach Größe meist bei 80-250 EUR. Passepartout-Zuschnitte im Fachhandel kosten 10-25 EUR je Stück.
Montage auf Beton, Ziegel, Gipskarton: sicher und sauber
Bevorzugen Sie für mittlere und große Rahmen Schraube mit Dübel statt Stahlnagel. So bleibt die Ausrichtung stabil, auch bei Türschlag oder Durchzug.
Die richtigen Dübel je Wandtyp
- Beton/Vollziegel: Universaldübel 6 mm oder 8 mm, Schraube 4-5 mm. Traglast je Punkt 10-25 kg.
- Lochziegel: Leichtdübel oder Siebhülse mit Injektionsmörtel für höhere Lasten. Vorbohren mit reduziertem Schlag.
- Gipskarton: Hohlraumdübel aus Metall oder Kunststoff, z. B. 5×37 mm, Traglast 5-10 kg je Punkt. Für schwere Rahmen zwei Punkte.
Haken oder Schraubenkopf immer so wählen, dass die Rahmenaufhängung sicher einhängt und nicht wandert. Filzgleiter auf der Rahmenrückseite verhindern Spuren an der Wand und erleichtern das Ausrichten.
Hängeschiene montieren: flexibel und mietfreundlich
- Schiene 1-3 cm unter Decke planen, Wandverlauf prüfen.
- Bohrbild anzeichnen, je nach System alle 30-50 cm. Dübel setzen, Schiene verschrauben.
- Perlon- oder Stahldrahtseile einhängen, höhenverstellbare Haken aufschieben.
- Rahmen einhängen, in der Höhe millimetergenau ausrichten, Abstand 5-7 cm einhalten.
Kosten: Schiene 10-20 EUR/m, Seile 3-5 EUR, Haken 3-6 EUR pro Stück. Für 3 m Wand mit 8-10 Bildern sind 60-150 EUR realistisch. Vorteil: Sie verändern die Hängung ohne neue Löcher.
Kleben nur im Ausnahmefall
Klebepads funktionieren auf glatten, festen Anstrichen. Auf Raufaser, Kalk- oder Lehmfarbe und in Feuchträumen halten sie schlecht. Maximal für kleine, leichte Rahmen bis 1 kg einsetzen. Bei Auszug können Lackschäden entstehen.
Schritt-für-Schritt zur fertigen Galeriewand
- Motive sammeln: 10-20 Stück, mehr als nötig. Themen zusammenstellen, Farbigkeit prüfen.
- Formate festlegen: 1-2 Hauptformate plus Akzente. Passepartouts mitdenken.
- Rahmen bestellen: einheitliche Serie erleichtert das Raster. Glas bewusst wählen.
- Drucke erstellen: Fotolabor statt Heimdrucker für gleichmäßige Farben. Größere Formate auf matt.
- Layout am Boden: Rahmen sortieren, Wiederholungen erzeugen, Abstände mit 5-7 cm Leiste simulieren.
- Papier-Schablonen schneiden: Außenmaße der Rahmen, Aufhängungspunkt markieren.
- Schablonen kleben: Höhe definieren, Wasserwaage nutzen, Kantenbezüge setzen.
- Bohren und Haken setzen: passender Dübel je Wandtyp. Staub mit Staubsauger auffangen.
- Hängen und ausrichten: Rahmen einhängen, mit kleiner Wasserwaage kontrollieren, Feinausgleich mit Filzgleitern.
- Licht setzen: Spots ausrichten, Blendung prüfen, Dimmer einstellen.
Licht für die Galeriewand: warm, gleichmäßig, blendfrei
Licht entscheidet, ob Ihre Bilder wirken. Drei praxistaugliche Optionen: Deckenspots, Stromschiene mit Spots oder dezente Bilderleuchten. Warmweiß 2700-3000 K sorgt für Wohnlichkeit, hoher Farbwiedergabeindex CRI 90+ für echte Farben.
- Stromschiene: flexibel ausrichtbar, ideal für lange Wände. Abstand Spot zur Wand ca. 40-70 cm, Neigung 15-30 Grad.
- Einzelspots: bei kurzen Wänden mit 2-3 Bildern. Dimmbar wählen.
- Bilderleuchten: klassisch über großen Solisten. Achten Sie auf Entblendung und ausreichende Breite.
Budget: 120-500 EUR für Schiene mit 2-4 Spots in guter Qualität. Prüfen Sie dimmbare Netzteile und kompatible Dimmer.

Realistische Budgets in Deutschland
- Einsteiger 120-250 EUR: 6 Rahmen gemischt 30×40 und 40×50, Standardglas, DIY-Drucke. Befestigung mit Dübeln und Schrauben.
- Mittel 300-700 EUR: 6-8 Rahmen inklusive 2x 50×70 mit Passepartout, teils entspiegeltes Glas, Laborprints, Hängeschiene auf 2-3 m.
- Premium 800-2000 EUR: Maßrahmen, entspiegeltes Museumsglas, Fine-Art-Prints, durchgehende Hängeschiene, dimmbare Schienenspots.
Einzelpreise grob: Laborprint 30×40 ab 6-12 EUR, 50×70 Fine-Art 25-60 EUR. Serienrahmen 30×40 ab 10-25 EUR, 50×70 ab 20-60 EUR. Maßrahmen 40×50 mit entspiegeltem Glas 120-180 EUR. Dübel, Haken, Filz 15-40 EUR. Werkzeug bei Bedarf 20-60 EUR.
Häufige Fehler und wie Sie sie vermeiden
- Zu kleine Formate: Lieber weniger, dafür größer. Mindestens 40×50 cm als Hauptformat im Wohnzimmer.
- Uneinheitliche Abstände: Nutzen Sie eine 5-7 cm Holzleiste als Abstandshalter.
- Falsche Höhe: Bildmitte auf 145-155 cm oder Bezug zur Möbelkante halten.
- Glanz und Spiegelung: Entspiegeltes Glas an Fensterwänden bevorzugen, Spots nicht frontal anstrahlen.
- Schwache Befestigung: Wandtyp prüfen, passenden Dübel wählen, bei Gipskarton doppelt sichern.
- Zu viele Stile auf einmal: Farbwelt oder Thema definieren, 1-2 Ausreißer gezielt setzen.
Podsumowanie
- Thema und Farbwelt festlegen, 1-2 Hauptformate definieren
- Layout am Boden testen, Abstände 5-7 cm
- Rahmenserie wählen, Glas je Lichtsituation
- Passepartouts 1,4-2,4 mm planen, Innenausschnitt kleiner als Motiv
- Wandtyp prüfen, passende Dübel und Haken einsetzen
- Schablonen kleben, bohren, sauber ausrichten
- Licht mit 2700-3000 K und CRI 90+ dimmbar setzen
FAQ
Wie viele Bilder passen über ein 200 cm Sofa?
Als ruhige Lösung 3 große Rahmen 50×70 cm oder 2x 50×70 plus 2-3 kleinere 30×40 cm. Gesamtlänge ca. 140-180 cm, 20-30 cm über der Lehne.
Welcher Abstand zwischen den Bildern wirkt am besten?
Im Wohnraum 5-7 cm. Bei kleinen Formaten 3-5 cm. Der Abstand sollte überall gleich sein, das beruhigt die Gesamtwirkung.
Kann ich Glas nachträglich gegen Acryl tauschen?
Ja. Rahmen öffnen, Glas vorsichtig entnehmen, Acryl in gleicher Stärke einsetzen und die Schutzfolie beidseitig abziehen. Antistatikreiniger reduziert Staubanziehung.
Hält eine Hängeschiene an Trockenbauwänden?
Ja, mit Hohlraum- oder Metallklappdübeln und ausreichender Verschraubung im Raster 30-40 cm. Für schwere Galerien besser in UW-Profilen oder tragfähigen Bereichen verankern.
